Case Study: Wohnhochhaus

Neuwiederstraße – Bremen-Tenever

1. Ausgangssituation

Mikrolage

Das Objekt in der Neuwiederstraße 3 befindet sich im Bremer Ortsteil Tenever (Stadtteil Osterholz). Dieser liegt etwa 15 Kilometer von der Bremer Innenstadt entfernt. Er wurde in den 1960er und 70er Jahren als architektonisches Musterprojekt des Bundes mit rund 2.600 Wohneinheiten errichtet. Heute gilt der Ortsteil aufgrund schwacher Sozialstruktur, hoher Arbeitslosigkeit und Transferleistungsempfänger als sozialer Brennpunkt. Zudem herrschen Modernisierungsstau und hohe Wohnungsleerstände: Bis zu 50 Prozent der Wohnungen sind nicht bewohnt.

Objekt

Das Objekt in der Neuwiederstraße 3 ist ein typisches Wohnhochhaus mit 15 Geschossen innerhalb der Großsiedlung in Tenever. Aufgrund fehlender Investitionen in der Vergangenheit war das Gebäude in einem schlechten Zustand. Unter anderem waren Türen und Heizungen defekt, Fenster undicht, Außenbereiche und Hofanlagen ungepflegt. 26 der insgesamt 97 Wohnungen standen leer. 50 Prozent der Mieter zahlten die Miete nicht oder unregelmäßig.

2. Maßnahmen von BGP

Nach dem Kauf des Wohnhochhauses startete BGP im Juli 2012 eine umfassende Sanierung. Die Maßnahmen im Detail:

  • Durchführung einer Mieterbefragung und enge Zusammenarbeit mit dem Quartiersmanagement vor Ort, um Mieterwünsche zu berücksichtigen. Das Quartiersmanagement setzt sich unter anderem aus Vertretern der Politik, sozialen Einrichtungen, öffentlichen Verwaltungsstellen sowie Mietern und Immobilieneigentümern zusammen.
  • Modernisierung der Zentralheizung durch den Einbau von energiesparenden Brennwertkesselanlagen.
  • Ersetzen der Holzfenster durch Kunststofffenster und Erneuerung der Fensterrahmen und Brüstungen.
  • Neugestaltung des Eingangsbereichs und Vergrößerung der Lobby.
  • Erneuerung aller Wand- und Deckenoberflächen sowie Bodenbeläge der Flure.
  • Installierung von Überwachungskameras.
  • Integration eines Concierge-Services.
  • Herrichtung leerstehender Wohnungen, um die Vermietung zu fördern.

Insgesamt wurden durch BGP rund 840.000 Euro (Förderanteil des Landes Bremen: 68.000 Euro) in Modernisierungs- und Instandhaltungsmaßnahmen investiert.

3. Resultat

Durch die umfassende Verbesserung und Neugestaltung des Objekts und der einzelnen Wohnungen ist es gelungen, das Objekt für die bisherigen Mieter und künftigen Neumieter attraktiver zu gestalten. Zudem wurde die Objektsicherheit erhöht, sodass Vandalismus und andere kriminelle Handlungen im Gebäude sowie Wohnumfeld eingedämmt wurden. Insgesamt wurde das Image des Objekts wesentlich verbessert.

Durch die Umsetzung der Maßnahmen konnten außerdem die Heiz- und Energiekosten um rund 0,28 Euro pro Quadratmeter gesenkt werden. Dies hat im Gegenzug eine Anhebung der Kaltmiete um rund 0,36 Euro pro Quadratmeter ermöglicht.